Durban und Potsdam 25 Jahre danach
Die Schule hat die Macht, einen gerechten Raum für alle Kinder und Jugendliche zu sein, und sie zu stärken, oder Rassismus erstarren zu lassen.
Brandenburg belegt Spitzenplätze: Jugendliche in Brandenburg können Ihre Kompetenzen unabhängig von der Herkunft ihrer Eltern stärker entfaltet. Das ist auch der Verdienst engagierte Lehrer*innen, Eltern, Mentor*innen und Organisationen von Migrant*innen bzw. Menschen mit Fluchterfahrung. Das Chancenpatenschaftsprojekt VIW-ViTP PAWLanSouE ist ein perfektes Beispiel dafür. Aber die Pisa-Studie 2026 deutet bundesweit auf einen Bildungstiefstand hin. Hinzu kommt, dass die Fortschritte, die bisher nach langjähriger, mühsamer und weitgehend ehrenamtlicher Arbeit erreicht wurden, jetzt Opfer von Budgetkürzungen fallen. Außerdem berichten Schulkinder und Jugendliche, Auszubildende von Mobbing, Ausgrenzung und Gewalt. Lehrer*innen sprechen von Drohungen, wenn sie sich für ein offenes Brandenburg einsetzen. Wem sie Hilfe von bestimmten Ämtern befürchten viele Eltern mit niedrigem Einkommen, von den eigenen Kindern getrennt zu werden.
Dass Schulkinder, Auszubildende und Studierende 25 Jahren nach der Weltkonferenz gegen Rassismus von Durban und der Verabschiedung eines der umfangreichsten Maßnahmenkatalogs (DDPA) gegen Rassismus immer noch den Schulweg, den Schulhof und den Unterricht fürchten, ist unannehmbar. Genauso wie Budgetkürzungen im Kulturbereich, obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie und anderer Krisen noch sehr spürbar sind. Ende August bis Anfang September 2001 fand die Weltkonferenz gegen Rassismus von Durban in Südafrika statt. „Die Erklärung und der Aktionsplan von Durban müssen dringendst umgesetzt werden. Das ist der wichtige Bestandteil der Zweiten UN-Dekade für Menschen afrikanischen Erbes. Brandenburg kann in diesem Bereich Spitzenreiterin sein“, erklärt Marianne Ballé Moudoumbou, Sprecherin der panafrikanischen Frauenorganisation PAWLO-Masoso e.V. „Es braucht eine korrektere Weltkarte, einen starken politischen Willen, und vieles mehr.“ Diese Veränderung betrifft den gesamten Kulturbereich. „Jeder Mensch hat eine Kultur, und jede Kultur zählt,“ bemerkt Fereshta Hussain, Vorsitzende des Migrantenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam.
„Dafür!“ lautet das Motto der diesjährigen Interkulturelle Woche. Aber wofür? Für eine rassismus- und im Allgemeinen diskriminierungsfreie, zukunftsgerichtete und gerechtere Gesellschaft. Dazu müssen an allen Ausbildungsplätzen, in allen Kitas, Schulen und Hochschulen wirksame Maßnamen gegen alle Formen von Rassismus und Diskriminierung umgesetzt werden. Damit alle Kinder Spaß an der Schule haben können. Dieses gilt auch für Medien und Kultureinrichtungen, Unternehmen und Verwaltung. Die Landeshauptstadt Potsdam, alle Kommunen und Kreise, und die brandenburgische Landesregierung sind gefragt.
Die Veranstaltung „Macht Schule (Anti-)Rassismus?!” ist eine Einladung zu einem Austausch über das, was bisher geschah, – oder nicht -, und was wir gemeinsam bewegen könnten.
Ein Austausch für Neugierige.
Mittwoch 23.09.2026 • 17:30-19:00 Uhr Charlottenstraße 90-91, 144467 Potsdam PAWLO-Masoso e.V. und der Migrantenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam Alle sind willkommen. Eintritt frei. Barrierefrei. Mehrsprachig. Anmeldungen (erbeten, aber nicht zwingend erforderlich): info@pawlo.org, oder Migrantenbeirat@Rathaus.Potsdam.de


